Die Geschichte
Das Domaine de Mont-Renaud
Gemeinde Boncourt
Hoch über Boncourt gelegen, wacht das Domaine de Mont-Renaud seit fast einem Jahrhundert über die Landschaft des Juras. Zwischen Wäldern, Wiesen und freiem Blick auf die Vogesen hat dieser geschichtsträchtige Ort Industrielle, Reisende und bedeutende menschliche Projekte kommen und gehen sehen.
Entstanden aus der Vision der Familie Burrus Familie, die eng mit der Geschichte von Boncourt und der jurassischen Tabakindustrie verbunden ist, hat das Anwesen die Zeiten überdauert und dabei seine Seele bewahrt: die eines Ortes der Begegnung, der Weitergabe und der Ruhe.
Errichtung des Anwesens – um 1930
Das Anwesen wurde um 1930 auf Initiative von Léon Burrus, Mitglied der bekannten jurassischen Industriellenfamilie Burrus Familie, erbaut, die insbesondere für ihre Tätigkeit im Tabaksektor und ihren wirtschaftlichen Einfluss in der Ajoie bekannt ist. Der Standort wurde als weitläufiges Prestigeanwesen auf den Höhen von Boncourt konzipiert.
Die Architektur des Hauptgebäudes ist von der berühmten Place des Vosges inspiriert und steht im Geiste der Entwürfe des Architekten François Mansart, mit einer klassischen, harmonischen und streng symmetrischen Komposition.
Das Domaine umfasst heute:
- das Hauptgebäude
- die Porterie
- die Rotonde
- die Orangerie
- die Cédraie
- die Bergerie
Das Ganze erstreckt sich über einen rund 18 Hektar großen Park, der das Tal überragt und einen Blick auf die französischen Vogesen bietet.

Die Familie Burrus Familie und Boncourt
Um Mont-Renaud zu verstehen, muss man die große Bedeutung der Familie Burrus Familie für die Geschichte von Boncourt begreifen.
Die Burrus entwickelten die lokale Tabakindustrie bereits im 19. Jahrhundert mit der Firma F.J. Burrus, die später mit British American Tobacco verbunden wurde. Diese Industrie hat die Region nachhaltig geprägt
- die lokale Wirtschaft
- die Stadtentwicklung
- die soziale Infrastruktur
- sowie das kulturelle Leben in Boncourt
Charles Burrus, ein Nachfahre der Familie, spielte später eine zentrale Rolle bei der Umwandlung des Anwesens hin zu Projekten mit sozialer und internationaler Ausrichtung.

Das Domaine de Guilé
Nach einer umfangreichen Umgestaltung und Renovation um das Jahr 2000 wurde das Anwesen von Charles Burrus der Fondation Guilé übergeben. Der Ort erhielt daraufhin den Namen „Domaine de Guilé“.
Die Fondation Guilé richtete dort ein internationales Zentrum für Sozialstudien und Reflexion ein, mit Fokus auf:
- Menschenrechte
- Unternehmensverantwortung multinationaler Konzerne
- Arbeitsstandards
- wirtschaftliche Transparenz
- Korruptionsbekämpfung
Zwischen 2006 und 2016 wurde das Anwesen so zu einem anerkannten Ort internationaler Begegnungen und Reflexion über Unternehmensethik. Regelmäßig wurden Expertinnen und Experten, Wissenschaftler sowie Vertreter aus der Wirtschaft empfangen.
Die Mission der Stiftung endete offiziell Anfang 2017.

Schenkung an die Stiftung Les Castors
Im Jahr 2018 übergab die Familie Burrus Familie das Domaine de Mont-Renaud als Schenkung an die Fondation Les Castors und setzte damit die lange Tradition des sozialen und philanthropischen Engagements fort, die die Familie seit mehreren Generationen prägt.
Diese Übergabe verfolgt das Ziel, dem Anwesen eine neue Dimension zu verleihen – durch die Schaffung eines inklusiven Hotel- und Restaurantbetriebs, in dem exzellente Gastfreundschaft mit den Werten Solidarität und Integration verbunden wird.
Die Fondation Les Castors entwickelt so ein ambitioniertes Projekt, das die Beschäftigung und Förderung von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen der Hospitality unterstützt:
- Hotellerie
- Gastronomie
- Empfang und Service
- Eventorganisation
- Unterhalt und Bewirtschaftung des Anwesens
Unter Wahrung des denkmalgeschützten Charakters und der außergewöhnlichen Geschichte des Ortes bleibt das Domaine de Mont-Renaud seiner menschlichen Berufung treu und entwickelt sich zu einem Raum der Begegnung, des Teilens und der Inklusion – im Einklang mit den Werten seiner früheren Eigentümer.

Das Anwesen heute
Heute funktioniert das Domaine de Mont-Renaud als:
- charmantes Hotel und Residenz
- Seminarzentrum
- Ort für private und geschäftliche Veranstaltungen
Das Anwesen verfügt über rund ein Dutzend Zimmer, Konferenzräume sowie weitläufige Grünflächen. In der Region ist es weiterhin für seine außergewöhnliche Lage und seine hohe denkmalpflegerische Bedeutung bekannt.
Der Name „Mont-Renaud“ bezeichnet zudem den Hügel über Boncourt, auf dem sich heute ein im Jahr 2001 errichteter Aussichtsturm befindet.
Das Restaurant „Monsieur Léon“
Im Jahr 2026 beginnt ein neues Kapitel mit der Eröffnung des Restaurants „Monsieur Léon“ – eine direkte Hommage an Léon Burrus.
Das Projekt setzt auf:
- jurassische Bistronomie
- Produkte aus dem eigenen Umfeld des Anwesens
- kurze Lieferketten
- die Integration von Mitarbeitenden mit Behinderung
So verbindet das Domaine seine historische Identität mit einem zeitgemäßen, sozialen und kulinarischen Anspruch.
